Bundesadler
Bundesarbeitsgericht 

Das Bundesarbeitsgericht


Das Bundesarbeitsgericht wurde am 10. Mai 1954 mit einem Festakt eröffnet. Gemäß § 40 Arbeitsgerichtsgesetz war seinerzeit Kassel als Sitz des Gerichts festgelegt.


Verlegung des Bundesarbeitsgerichts

Bis zur Verlegung des Gerichts in Jahr 1999 war es gemeinsam mit dem Bundessozialgericht im ehemaligen Generalkommando der Wehrmacht am Graf-Bernadotte-Platz in Kassel untergebracht.

Der Verlegungsbeschluss

Die unabhängige Föderalismuskommission hat am 27. Mai 1992 empfohlen, das Bundesarbeitsgericht (BAG) nach Thüringen zu verlegen. Diese Empfehlung wurde vom Bundeskabinett bestätigt und am 26. Juni 1992 in einem Beschluss vom Deutschen Bundestag zur Kenntnis genommen. Gründliche Beratungen in einem Arbeitsstab, an dem das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, das Bundesarbeitsgericht und der Freistaat Thüringen beteiligt waren, führten schnell zu dem Vorschlag, die Landeshauptstadt Erfurt als künftigen Standort des Gerichts zu bestimmen. Überzeugend wirkten vor allem die lebendige Atmosphäre einer Universitätsstadt und die gute Erreichbarkeit, die für Rechtssuchende, Anwaltschaft und ehrenamtliche Richter von größter Bedeutung ist. Im März 1994 wurde in Erfurt ein Aufbaustab errichtet, der bis Oktober 1999 mit der Koordinierung der gesamten Verlegungsmaßnahme befasst war. Die Zielvorstellung war, den Umzug des Gerichts im Jahr 2000 sicherzustellen.

Bereits 1994 war durch eine Änderung des Arbeitsgerichtsgesetzes sichergestellt worden, dass das Bundesarbeitsgericht neben den Verhandlungen in Kassel auch Gerichtssitzungen in Erfurt abhalten konnte. Diese Sitzungen, von 1994 bis 1999 ca. 30, haben in den Räumen des Landesarbeitsgerichts Thüringen und des Landgerichts Erfurt stattgefunden. Durch Gesetz vom 11.03.1996 wurde Erfurt als Sitz des Bundesarbeitsgerichts festgelegt. Der endgültige Zeitpunkt der Verlegung, der 22. November 1999, wurde nach der Fertigstellung des neuen Dienstgebäudes durch eine Rechtsverordnung, die vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung erlassen wurde, bestimmt. ← zurück zum Seitenanfang


Der Neubau des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt

Für das neue Dienstgebäude stand in Erfurt in städtebaulich hervorragender Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur historischen Festungsanlage Petersberg und dem Erfurter Dom ein besonders geeignetes Grundstück mit einer Fläche von 35.000 qm im Eigentum des Bundes zur Verfügung. Im Februar 1995 wurde ein europaweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Um ein Höchstmaß an Funktionalität zu erreichen, wurden die spezifischen Aufgaben des Gerichts eingehend beschrieben und in einem Kolloquium erörtert. Darüber hinaus wurde bereits bei der Ausschreibung Wert auf die Erfordernisse gelegt, die sich aus einer Verwendung des Gerichts auch als Tagungsstätte ergeben.

Auf den Architektenwettbewerb sind insgesamt 167 Wettbewerbsarbeiten eingereicht worden. Von einem Preisgericht wurden vier erste sowie ein fünfter Wettbewerbspreis vergeben. Nach einer Überarbeitung erhielt die Berliner Architektin Gesine Weinmiller den Zuschlag für die Errichtung des neuen Gerichtsgebäudes.

Mit der Realisierung der Maßnahme war die Thüringer Staatsbauverwaltung betraut. Sie wurde dabei von einem externen Projektbetreuer sowie einer Reihe von Fachplanern unterstützt. Das Vorhaben wurde von einer Baukommission begleitet, der Vertreter der zuständigen Bundesministerien, der Thüringer Landesregierung, der Staatsbauverwaltung sowie des Bundesarbeitsgerichts angehörten.

Am 23. September 1996 erfolgte in Anwesenheit von Bundesminister Dr. Norbert Blüm und Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel der erste Spatenstich für den Neubau. Unmittelbar danach begann die Freimachung des Baufeldes. Hierzu waren zunächst umfangreiche Räum- und Abrissarbeiten notwendig. Anfang März 1997 konnte dann mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Am 25. Mai 1998 wurde Richtfest gefeiert.

Ende 1998 war die Ausführungsplanung mit den beteiligten Gewerken weitestgehend abgeschlossen und der überwiegende Teil der Aufträge vergeben.

Ende September 1999 wurde das Gebäude von der Staatsbauverwaltung Thüringen an das Bundesarbeitsgericht übergeben.

Einige Daten zum Bauwerk:

Das Gebäude umfasst 200 Arbeitsplätze und 4 Verhandlungssäle. Die Bibliothek des Gerichts nimmt eine Fläche von 1.536 qm ein. Die Hauptnutzfläche beträgt insgesamt 7.833 qm. Das Gebäude hat 988 Fenster. Die Tiefgarage, die aus Sicherheitsgründen nicht unter dem Gebäude selbst, sondern unter der Freifläche liegt, bietet 100 Stellplätze für PKW.

Die reinen Baukosten wurden mit 91,4 Mio. DM kalkuliert, wobei der Kostenrahmen nicht ausgeschöpft wurde.

Luftbild des Gerichtsgebäudes, Fotograf: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz
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