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Bundesarbeitsgericht 

Bundesarbeitsgericht


Die Bibliothek - Sammelauftrag


Aufgabe

Die Bibliothek des Bundesarbeitsgerichts ist eine der größten juristischen Spezialbibliotheken mit Schwerpunkt Arbeitsrecht in der Bundesrepublik Deutschland. Der Bestand sowie die Dienstleistungen der Bibliothek sind gezielt auf die Bedürfnisse der Angehörigen des Gerichts ausgelegt, können aber auch von externen Benutzern vor Ort in Anspruch genommen werden. Die Bibliothek hat den Auftrag, die zur Gewährleistung des Geschäftsbetriebs des Bundesarbeitsgerichts notwendigen Medien jeglicher Form zu erwerben, zu erschließen und zu verwalten. Außerdem vermittelt sie Fachinformationen.


Bestand

Der Bestand der Bibliothek orientiert sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Angehörigen des Bundesarbeitsgerichts und setzt sich aus diesem Grund aus den Bereichen:

- Arbeitsrecht
- Sozialrecht
- Zivilrecht und Zivilprozessrecht
- Verfassungs- und Verwaltungsrecht
- Europarecht
- allgemeine und fachliche Nachschlagewerke

zusammen. Eine besondere Bedeutung kommt den Tarifverträgen zu, da die Bibliothek eine der umfangreichsten Sammlungen in der Bundesrepublik Deutschland nachweist.

Derzeitig sind ca. 96 000 Medien Medien erschlossen. Dazu zählen Bücher, gebundene Zeitschriften und
Loseblatt-Ordner. Außerdem befinden sich in der Bibliothek:

- 305 laufende Zeitschriften
- ca. 84.000 Tarife
- zahlreiche CD-ROMs
- 6.500 Mikrofiches

Die Medien der Bibliothek werden in Freihandaufstellung präsentiert und sind nach einer eigenen Systematik geordnet.
Seit 1994 sind sämtliche Bestände über das Bibliothekssystem SISIS erfasst und über den Onlinekatalog recherchierbar.
Außerdem ist der gesamte Zeitschriftenbestand in der Zeitschriftendatenbank nachgewiesen.

Geschichte

Die Geschichte der Bibliothek des Bundesarbeitsgerichts ist eng mit der Geschichte des Gerichts selbst verbunden. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es keine eigenständige Arbeitsgerichtsbarkeit auf Landes- und Reichsebene. Das Verfahren in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten wurde durch das Arbeitsgerichtsgesetz von 1926 geregelt. Ein Senat des Reichsgerichts in Leipzig, der als Reichsarbeitsgericht bezeichnet wurde, war in der Revisionsinstanz für arbeitsrechtliche Streitigkeiten zuständig. Deshalb wurde die für seine Arbeit benötigte Literatur von der Bibliothek des Reichsgerichts erworben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben diese Bände in der DDR. Sie wurden zunächst im Gebäude des Obersten Gerichts der DDR in Berlin, später in Depots der Staatsreserve der DDR in Oranienburg, Berlin und Forst aufbewahrt.
Ende 1953 wurde mit Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsgesetzes das Bundesarbeitsgericht gegründet. Es hatte seinen Sitz in Kassel. 1954 entstand eine vollkommen neue Bibliothek am Bundesarbeitsgericht. Sie befand sich in dem vom Generalkommando der Wehrmacht 1935 bis 1938 errichteten Gebäude am Graf-Bernadotte-Platz in Kassel, in dem sowohl das Bundesarbeitsgericht als auch das Bundessozialgericht ihren Sitz hatten. Die Bibliothek hatte einen Anfangsbestand von 3000 Buch- und Zeitschriftenbänden. Bis heute ist der Bestand auf rund 89.000 Bände angewachsen und wird jährlich um ca. 2.000 Medien erweitert.
Die Bestände wurden in mehreren Kartenkatalogen erschlossen. Jetzt sind sie vollständig in einem elektronischen Katalog verzeichnet.
Das 1960 eingerichtete Tarifarchiv enthält viele in Deutschland abgeschlossene Tarifverträge und dient als Hilfsmittel bei der Bearbeitung von Fällen aus dem Tarifrecht.
Nach 1990 sichteten Mitarbeiter des Bundesgerichtshofes die in der DDR verbliebenen Bestände der ehemaligen Bibliothek des Reichsgerichts und brachten einen Teil davon nach Karlsruhe. Ausgewählte arbeitsrechtliche Titel gab der BGH nun an die Bibliothek des Bundesarbeitsgerichts ab.

1999 wurde der Sitz des Bundesarbeitsgerichts nach Erfurt verlegt. Das Gericht bezog ein neu errichtetes Gebäude auf dem Petersberg, in dem die Bibliothek in der ersten Etage des Gebäudes eine Gesamtfläche von etwa 1.700 qm einnimmt. Dieser lichtdurchflutete Raum, der sich um einen begrünten Innenhof erstreckt, gehört zu den schönsten im Haus.


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